Menschliche Bewegung als Tätigkeit - Zur Irritation fragloser Gewissheiten Human movement as activity – An Irritation of certainties

Temme, Denise (2015) Menschliche Bewegung als Tätigkeit - Zur Irritation fragloser Gewissheiten Human movement as activity – An Irritation of certainties. Dissertation thesis, Deutsche Sporthochschule Köln.

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Kurzfassung

Welches Vorverständnis menschlicher Bewegung haben wir immer schon zugrunde gelegt und praktizieren wir, wenn wir (sport-)wissenschaftlich handeln oder alltäglich mit Körper und Bewegung umgehen? Klar ist, dass wir dann ein bestimmtes Vorverständnis immer schon in Anspruch genommen haben. Anders ausgedrückt: Es schlicht nicht möglich bewegungstheoretisch neutral mit Bewegung zu experimentieren, Bewegung zu lehren, Bewegung zu thematisieren und die Frage des Verständnisses menschlicher Bewegung resp. ihrer theoretischen Konzeption etwa auf später oder auf einen anderen Ort zu verschieben – Fraglich ist somit lediglich, welches Verständnis – zumeist implizit – je schon in Anschlag gebracht ist. Wesentlich ist, dass sich feine Unterschiede im Vorverständnis in erheblichen Unterschieden beispielsweise des experimentellen Designs der sportmotorischen oder biomechanischen Forschung, beispielsweise der Instruktionsforschung oder in der Verhandlung des so genannten Bildsamen des Sports resp. der Bewegung in der sportpädagogischen Bewegungsforschung und Unterrichtsforschung oder der Tanzforschung niederschlagen. Es geht damit konkret um die Frage nach der kleinsten – damit nicht mehr teilbaren – Analyseeinheit menschlicher Bewegung. Vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch fraglose Gewissheiten des sportwissenschaftlichen Verständnisses menschlicher Bewegung als Kern und genuinen Gegenstand der Sportwissenschaft offenzulegen und durch das Anlegen einer tätigkeitstheoretischen Folie als alternative Modellierung menschlicher Bewegung konstruktiv zu verunsichern – mit diesem neue Fragen zu formulieren und alte, bereits beantwortet scheinende, anders erneut aufzugreifen. Ziel dieser Verunsicherung fragloser Gewissheiten sportwissenschaftlicher Vorverständnisse und sportwissenschaftlicher Theoriebildung ist der Entwurf einer Praxis reflexiver Sportwissenschaft. Dreh- und Angelpunkt hierbei ist die Tätigkeitstheorie der Kulturhistorischen Schule der sowjetischen Psychologie, die als eine Vollzugs-Ontologie begreifbar – ihrer Bezeichnung entsprechend – den Primat auf die Tätigkeit – damit weg von Bedeutungen und Handlungen und hin zu dem sich materialisierenden Vollzug verschiebt. Sie ist damit als eine Praxistheorie fassbar, welche beispielsweise die zumeist immer schon vollzogene, kaum ein Aufmerken hervorrufende Trennung von Denken resp. Sinn und Bewegung, von Reflexion und Bewegung, von Kreativität und Bewegung oder von Bildung und Bewegung aufhebt. Grundlegend für vorliegende Arbeit sind die Arbeiten von Lev Vygotskij und A. N. Leont’ev. Human movement as activity – An Irritation of certainties What implicit concept of human movement guides our scientific or everyday approaches to human body and movement? It is not possible to experiment with movement, teach movement, or broach the subject of movement without referring to a theory or concept of movement and to shift the theoretical design once the research or teaching has begun. Therefore, it is important to ask which theory or concept is, albeit implicitly, utilized in each case. The fine differences of these implicit concepts are reflected in considerable differences in experimental design of motor behavior research and biomechanical research or conceptual discussions in dance studies, sports pedagogics, teaching research. The main point is the question of the smallest analytical unit of human movement. This dissertation intends to irritate certainties of human movement and to examine those concepts through the lens of Activity Theory in order to formulate new questions and to address old, presumably answered questions in a different way. The aim of this dissertation is the design of reflective sport science. The linchpin of this work is the theory of activity, which focuses on the ontology of process; it considers activity, not meanings or actions. The Cultural-Historical Theory of Activity is a theory of practice which revokes dualism in thinking and meaning, reflection and movement, creativity and movement, and learning and movement. This work refers mainly to the work of Lev Vygotsky and A. N. Leont'ev.

Typ des Eintrags:Hochschulschrift (Dissertation)
Themengebiete:A Allgemeines > AC Alle Werke
ID-Code:488
Hinterlegt von:Denise Temme
Hinterlegt am:26 Mai 2015 12:25
Letzte Änderung:26 Mai 2015 12:25

Verfügbare Versionen dieses Eintrags

  • Menschliche Bewegung als Tätigkeit - Zur Irritation fragloser Gewissheiten Human movement as activity – An Irritation of certainties. (deposited 26 Mai 2015 12:25) [Gegenwärtig angezeigt]

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