Professionalisierungsdruck und -hindernisse des Managements in Sportvereinen und Sportverbänden

Schütte, Norbert (2008) Professionalisierungsdruck und -hindernisse des Managements in Sportvereinen und Sportverbänden. Dissertation thesis, Deutsche Sporthochschule Köln.

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Kurzfassung

Der selbstverwalteten Sport hat in den letzten fünfzig Jahren einen unglaublichen Aufschwung erlebt. Dies zeigt sich zum Beispiel in einem Wachstum der Mitgliedschaften, der angebotenen Sportarten oder in den finanziellen Beträgen, die unter anderem auch durch neue Finanzquellen (z.B. Sponsoring) in den Sport flossen. Dennoch ist das Management von Sportvereinen und -verbänden weit aus weniger mit bezahlten Führungskräften besetzt, als in anderen Bereichen des Nonprofit-Sektors (z.B. Parteien, Gewerkschaften). Damit steht die Diskussion über die Professionalisierung des Managements im Sport seit längerem vor dem Widerspruch zwischen der theoretischen Wahrscheinlichkeit einerseits und der empirischen Unerheblichkeit der Verberuflichung andererseits. Die vorliegende Studie versucht anhand von Experteninterviews (N=10) sowie von Intensivinterviews (N=37) und einer schriftlichen Befragung (N=524) von ehrenamtlichen und bezahlten Sportmanagern Antworten auf diese Diskrepanz zu geben. Dabei konnte der Professionalisierungsdruck und -grenzenansatz von Heinemann zunächst erfolgreich rekonstruiert werden. So besteht ein Zusammenhang zwischen Mitgliederzahl und Professionalisierungsgrad im Management. Jedoch ist der von Heinemann daraus abgeleitete indirekte Schluss von gewandelten Kontingenzvariablen (wachsende Mitgliederzahl, Finanzen usw.) auf einen bestehenden Professionalisierungsdruck zurückzuweisen. Erstmalig wurde eine direkte Messung des Professionalisierungsbedürfnisses gemessen und kein nennenswerter Druck konnte nachgewiesen werden. Der fehlende Druck, so wird in dieser Studie vorgeschlagen, lässt sich durch Professionalisierungsalternativen und durch fehlende negative Sanktionen bei unterbleibender Professionalisierung erklären. Do voluntary sport clubs and federations express a need to increase paid management, and how can this be explained? In Germany the discussion to date has been confronted with a puzzle for a long time, i.e. the contradiction between the often reported pressures to occupationalize on the one hand and the empirical unimportance of paid work – at least in sport clubs - on the other hand. Qualitative und quantitative methods were used. The qualitative approaches was conduced with interviews of experts (N=10) and unpaid and paid managers of sport clubs and federations of different types (N=37). The quantitative approaches was done by a written questionnaire (N=524), that was filled in by unpaid and paid managers of sport clubs and federations as well. In the first step the approach of Heinemann could be successfully reconstructed. There is a correlation between occupationalization of the management and for example the number of members. In the next step Heinemann argued that i.e. the growing number of members in the German sport system would result in a pressure to professionalize the management of the sport organisations. For the first time the administration of the sport organisations were asked directly if they need more paid managers. The result of the question was, that a strong pressure to professionalize could not be found. The missing pressure, so the suggestion of this study, could be explained by alternatives to professionalize and by the missing negative sanctions if the organization is not professionalized.

Typ des Eintrags:Hochschulschrift (Dissertation)
Themengebiete:A Allgemeines > AC Alle Werke
ID-Code:101
Hinterlegt von:Ute Gößnitzer
Hinterlegt am:05 Jan 2009 11:44
Letzte Änderung:12 Jan 2009 12:00

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